Heimat- und Kulturverein Ovelgönne e.V.
Heimat- und Kulturverein Ovelgönne e.V.

Die Sammlung

 

Die Sammlung trägt in ihrer Gesamtheit deutlich die zeitgeschichtlichen Züge ihrer Entstehung um 1980. Für die Gründungsväter des Museums stand das sogenannte alte Handwerk, d.h. die vergessenen oder aussterbenden Handwerksbereiche im Zentrum des Interesses. Sie sammelten, was als lebendiges Handwerk in Existenznot geraten war oder aus Werkstätten stammte, die allenfalls nebenberuflich im Gebrauch waren.
Dazu gehörten auch Meisterbriefe, Handwerks- und Anschreibebücher, deren Auswertung für die Dauerausstellung von Bedeutung sein wird.

Im Gegensatz zu der Art und Weise, wie Handwerk traditionell in städtischen und kulturhistorischen Museen Berücksichtigung fand und findet, nämlich in Form von Zunftzeichen, -krügen und ähnlichen Insignien der Handwerkerschaft, steht in der Ovelgönner Sammlung deutlich der Werkaspekt im Vordergrund. In diesem Zusammenhang mag von Bedeutung sein, daß unser Museum im Jahre 1981 zwar mit dem Schwerpunkt Handwerk, aber als 'heimatkundliche Sammlung‘ gegründet wurde.
Von diesen Konturen her zeugt der Gründungsakt in Ovelgönne von einem Revival des Typus Heimatmuseum in den 1980er Jahren. Wie in einem Heimatmuseum wurden der Sammlung auch Geräte aus dem Umfeld -bäuerlicher Hauswirtschaft‘ integriert, z. B. typische Objekte wie Spinnräder, Geräte zur Flachsarbeitung, Dreschflegel und Kesselhaken. Darauf deutet auch, daß in Darstellungen zur Sammlung - etwas vereinfachend - vom 'ländlichen Handwerk‘ die Rede ist.

Zwei Strömungen hatten die Konturen des Typus Heimatmuseum um 1900 geprägt: Einmal die Schaustellung von Objekten, die als Produkte der sog. Volkskunst gesehen und vorgeführt wurden. Etwas moderner würden wir sagen: es ging um das schöpferische Potential der Vielen im Bereich der alltäglichen Repräsentation und Gestaltung. Für den bürgerlichen Blick war es dabei selbstverständlich, diese künstlerischen Zeugnisse des Volkes dem Lande und nicht etwa der städtischen Arbeiterschaft zuzuordnen.
Dem gegenüber legt die Ovelgönner Sammlung in ihrer vorhandenen Struktur den Schwerpunkt verstärkt auf das Tun, auf die handwerklichen Fertigungs- und Formprozesse sowie auf die Arbeitsweisen und dazugehörenden Werkzeuge.
Als zweite Strömung ist die kunstgewerbliche Ausrichtung seit dem 19. Jahrhundert zu nennen. Hier ging es um 'Volkskunst als Stil‘, wobei die entsprechenden Exponate als Produkte Vorbildcharakter in Lehr- und Schausammlungen erhielten und als Muster wie Vorlagen für die zeitgenössische handwerkliche Produktion rezipiert wurden. Im Vergleich hierzu zeugt die Ovelgönner Sammlung wie zahlreiche ähnliche aus der jüngeren Vergangenheit eher von dem Wunsch, überlebte Techniken dem Vergessen zu entreißen, aufzuheben und zu vermitteln. Es geht um Umgangsweisen mit unterschiedlichen Werkstoffen, das Arbeiten und die Arbeiten mit Materialien wie Holz, Leder oder Metallen. Außerdem sprechen die Objekte die Sprache vom Hand-Werk im Wortsinne, es geht um das mit den Händen Gemachte und entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten.

Hier finden Sie uns:

Handwerksmuseum
Breite Str. 27
26939 Ovelgönne
Telefon:  04401-81955

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